Willkommen in meinem alltäglichen Wahnsinn !


Ich durchleuchte hier meine Erfahrungen und Erlebnisse mit einem mir in die Wiege gelegten zynischem Unterton, der oft ins sarkastische abdriftet, nicht selten komisch ist und zudem auch noch unterhaltend.

Eine gehörige Portion Gesellschaftskritik strebe ich auch an zu verstecken oder manchmal auch direkt ins Gesicht zu schlagen.

Wer sich gerade über das Design wundert:
Ich teste gerade ein wenig herum, werde aber hoffentlich bald einen letztendlichen Stil finden!

Freitag, 13. Juli 2012

Was haben wir denn bloß ausgefressen dieses Jahr?


Ich schätze mal, dass daran die ganzen Magermodels Schuld sind. Alle die seit Januar gehungert haben um die perfekte Bikini-Figur, bzw. Badehosen-Figur (mal zur Abwechslung etwas Political-Correctness) zu bekommen. Jeder, der FDH oder FDN (Friss die Hälfte oder nichts) ist schuld!
Jaha!
Ihr habt alle euren Teller nicht leer gegessen und nun haben wir den Salat. Ohne Dressing versteht sich… Ich kann mir anders diesen Sommer leider nicht erklären. Dagegen war der April dieses Jahr mit seinem Aprilwetter ja ein Traum. Und nun? Wenn das Thermometer sich mal mühsam über die 20° Grenze schleppt, dann ist es drückend heiß und kurz darauf folgt ein Gewitter mit Sintfluten. Ah, Sintfluten ! Ist das vielleicht doch die Maya’sche Apokalypse des Jahres 2012?
Ich denke nicht. Sieht denn so die Klimaerwärmung aus Al-Gore? Winter mit mehr Schnee als ich meine ganze Kindheit genießen durfte und kalte, nasse Sommer? Wie wird das denn werden wenn wir weiterhin alle Auto fahren und viele Kühe züchten? Haben wir dann den Winter das ganze Jahr? Ist das sowas wie reversible Psychologie der Natur?
Vor zwei Wochen ist die ganze Stadt überflutet gewesen. Es gibt Bilder von surfenden Menschen auf der Straße, Fahrradfahrern, denen das Wasser bis zum … Knie steht usw.
Ich dachte immer, dass uns sowas hier nicht passieren könnte, denn 300 Meter weiter beginnt ja das offene Meer. Aber man wird ja gerne ab und zu eines besseren belehrt.
Immerhin hatte es den Vorteil zum schwimmen nicht zum Strand fahren zu müssen, denn kalt war es ja nicht. Nein es herrschte diese super Gewitterluft, die man aus den Tropengewächshäusern kennt.

Nun, Leute die mich kennen werden nun denken, der ist bekloppt geworden. Seit wann steht der denn bitte auf Sommer, Sonne, Sonnenschein? Eigentlich richtig, gar nicht, aber was zu weit geht, geht zu weit!
Ich plädiere dafür, wieder schöneres Wetter zu haben! Ich will grillen, am Strand faulenzen und mich in der Natur aufhalten… ich weiß, ich glaub das selber auch nicht… aber zu viel Abstinenz lässt merkwürdige Tendenzen entstehen!

Also liebe Abnehmer: den Bikini, die Badehose braucht ihr eh nicht mehr dieses Jahr, also Teller aufessen und ggf. im nächsten Jahr auf einen schönen Sommer hoffen! Ich gehe jetzt jedenfalls meinen Teller leer essen, somit hätte ich meinen Beitrag schonmal geleistet!

Freitag, 22. Juni 2012

Leder, Bergwerke und große verschließbare Öffnungen

Ja, bei mir hat mal wieder der Synonymwahnsinn zugeschlagen. Mit vollem Auffüllöffel quasi in die obere Körperhälfte. - Ich frage mich, warum ich beim Teekesselchenspiel früher nicht andauernd gewonnen habe? -
Aber ich schweife ab, heute geht’s um einen zyklischen Wahnsinn, der ab und an uns Menschen befällt - den Fußballwahnsinn.

Es geht also um Fußbälle, Stollen und Tore.

Im Grunde genommen finde ich überhaupt nichts an dem Sport. Ich habe nichts gemein mit dem dickbäuchigen Mann in Unterwäsche, in der Hand seine Dose Bier und auf dem Fernseher die Rasentreter. Wirklich nichts!
Aber dann gibt es ja bekanntlicherweise alle 2 Jahre die großen Turniere Europa- und Weltmeisterschaft. Und ja, wie soll ich sagen, dann ist es um mich geschehen - in diesen 2 Wochen läuft nichts anderes mehr. Ein unerklärliches Phänomen. Man besorgt sich Deutschlandfahnen, lernt schnellstmöglich die Personalwechsel der letzten Jahre und gibt sich als größten Fan überhaupt. Man wird zum Regelfreak, möchte am liebsten selbst den Schiri geben und die größte Tragödie in dieser Zeit sind die (natürlich absolut) unverdienten Gegentore. Ich glaube viele kennen da und fühlen momentan mit mir.
Nun sind „wir“ wieder in der heißen Phase und das steht an. Die Vorfreude auf eine nette Runde mit Freunden steigt und das Trikot ist auch schon gewaschen und gebügelt.

Woran mag das liegen?
Liegt es an der Geselligkeit? - Dem neumodernen Trend der öffentlichen Leichenbeschau? (Hierzu sollte ich vielleicht erwähnen, dass die „Leichenbeschau“ die korrekte Übersetzung des Ausdrucks „Public-Viewing“ ist) Ein großer Spaß und ein tolles „Wir“-Gefühl kommt da auf, man freut, lacht, schimpft und manchmal trauert man gemeinsam mit hunderten Wildfremden, das ist grandios und nahezu einzigartig in der heutigen Gesellschaft, die sich mehr durch einen Facebook-Status aus dem stillen Kämmerlein identifiziert, als durch gemeinsames Auftreten. Mir „gefällt das“.

Liegt es an dem Stolz? - Das mag jetzt ein wenig merkwürdig klingen, aber der Fußball ist nun mal eine der wenigen, ganz wenigen Situationen, wo der gemeine Deutsche ohne Schimpf und Schande Stolz auf sein Land sein darf. Natürlich nur so lange wie keine Reichsflaggen gehisst oder eine Stahlhelm-Abwehr erwähnt wird, da ist dann international auch schon der Ofen aus. Aber sein wir doch mal ehrlich, außer bei diesen großen Turnieren wird man doch eher schräg angeschaut und gnadenlos abgestempelt, wenn man Schwarz-Rot-Gold trägt oder Deutschland gut findet. Ja, wir haben es wirklich nicht einfach.

Liegt es am Biergenuß? - Ich bin mal ehrlich, ich kann mir kein Fußballspiel ohne eine Gerstenkaltschale vorstellen, das gehört einfach dazu! ist gemütlich, schmeckt gut und fördert die Geselligkeit und den Spaß. Kann man natürlich auch ohne das runde Leder im Flimmerkasten trinken, es ist aber anders.

Sei es drum, ich denke der Spaß an der ganzen Sache ist eine gesunde Mischung aus diesen drei Punkten, wobei natürlich die sportlichen Leistungen und das Gebotene Spiel auch nicht zu vergessen sind, aber in meinen Augen nicht wirklich wichtig. Wenn das zählen würde, dann würde bei mir jedes Spiel im heimatlichen TV laufen.
Also werde ich noch eine Woche meinen Spaß haben und dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei und die Fahnen werden zusammengelegt und eingemottet.

Aber bis dahin: „‘Schland vor! Schießt ein Tor!“

Freitag, 15. Juni 2012

Bechern an der Förde

Alle Jahre wieder ist es soweit, nein ich meine nicht den Besuch des dickbäuchigen Coca-Cola Werbemaskottchens sondern den Beginn der Kieler Woche.
Wer es nicht kennt, dies ist die Bezeichnung für ein 10-tägiges „Volks“-Fest in der Landeshauptstadt Kiel. So, wem ist was aufgefallen?
Eine 10-tägige Woche? ja, nun gut, dass lässt sich verschmerzen, denn wo der Kommerzwahn boomt, da lassen sich auch gerne die Wochen verlängern um mehr Geld in die Kassen gespült zu bekommen. Denn mal ehrlich - viele Menschen müssen ja in der Woche arbeiten und da gehen einem ja die Einnahmen flöten -> Lösung: ein zweites Wochenende! Nicht schlecht, wenn ihr mich fragt.
Als ich noch klein war, sagen wir mal so kurz unter Erreichen der Volljährigkeit, war ich noch nicht in der Eventstadt beheimatet und musste somit länger anreisen um an dem Spektakel teilzunehmen. Man konnte es sich so ein- zweimal leisten. Das war großartig! Viele Musikbands, die man noch nicht kannte, aber trotzdem super Stimmung und Musik verbreitet hatten, seine Getränke konnte man noch selber mitbringen und die Wurst am Schwenkbudengrillstand kostete noch keine 8 Mark. Das waren Zeiten… Es machte um es kurz zu sagen viel Spaß.
Wenn ich nun an den heutigen Beginn der 10-tägigen Woche denke, dann graut es mir. Der erste Punkt ist, dass ich jetzt hier wohne, das heißt 10 Tage Dauerbeschallung, Dauer-Betrunkenen-Ausweichen, Dauerstreß, Dauer-Dies und Dauer-Das. Kein Problem… Sind ja nur ein paar Tage, das ist doch zu verschmerzen. Hierin begründet sich auch nicht das Grau aus dem Grauen. Eher denke ich daran, was aus der Veranstaltung geworden ist.
Die Musikbühnen sind größtenteils eingezäunt, es gibt Einlaßkontrollen, einige kosten sogar Eintritt. Seine eigenen Getränke mit raufnehmen? Fehlanzeige!
Dafür gibt es Spitzenbands! Achja? Wirklich? Tut mir leid, ich finde keine. Entweder waren die Musiker mal vor 10, 20 sogar 30 Jahren mal „spitze“ oder ich habe noch nie von ihnen gehört. Unsere Lokaltroubadore werden auf kleine Seitenbühnen verbannt und fristen dort ihr Dasein. Leider schon mal ein Punkt der voll daneben ist und nichts mehr mit dem, zugegebenermaßen ein wenig glorifiziertem Fest aus Kindertagen zu tun hat.
Dann kommen da ja auch noch die Besucher zu. Tausende Jugendliche strömen in der Hafenstadt umher, einige mehr einige weniger sternhagelvoll. Alle 3 Meter wird man entweder angelabert, angekotzt oder angeschnorrt. Ist das nicht wundervoll? Ich war früher auch hier unterwegs, ich war auch minderjährig… aber höflich, nicht ausufernd und nicht sternhagelvoll. Was ist bei der nachrückenden Generation bloß falsch gelaufen, frage ich mich immer häufiger. Auch dies finde ich sehr schade.
Über die Preise brauche ich mich gar nicht erst aufzuregen, dass hat weder Sinn noch Verstand. Nein, ich bezahle gerne 4,-€ für 15 Gramm Teig oder 3,- € für ein Glas mit verdünntem Festbier. Das macht doch jeder gerne, oder etwa nicht?

Wo ich jetzt gerade über einen Titel für diesen Text hier sinniere, da fällt mir doch wahrhaftig noch etwas ein: Wer weiß denn worum es bei der Kieler Woche überhaupt geht? Richtig, Saufen, Fressen und Musikhören, hab ich ja gerade erwähnt :)
So, nun aber ernsthaft: Es ist eine Segelveranstaltung! Kultur und so! Wer hätte das gedacht...

Nun gut, man kann über alles hinwegsehen und trotzdem seinen Spaß haben auf der Kieler Woche, vielleicht, wenn man Glück hat.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Mehrprozessbetrieb

Der gemeine Volksmund, besser gesagt, die gemeine Volksfrau, wobei hier ausnahmsweise das Adjektiv gemein als Synonym für „gewöhnlich“ zu verstehen ist, behauptet ja, dass wir Männer nicht Multi-Tasking-Fähig wären. Ist dies nur ein Gerücht, ein gemeines (diesmal im eigentlichen Wortsinn zu verstehen) Vorurteil?
Ich habe mich jetzt längere Zeit auf die Pirsch begeben und heroisch sogar einige Selbstbeobachtungen ins Auge gefasst, soweit mir dies ohne Spiegel eben möglich war. Gerade jetzt in diesem Moment hallt laute Musik durch meine Hörkanäle und ich sitze am PC und tippe. Eine fantastische Mehrfachbelastung des Gehirns, wobei sogar beide Tätigkeiten dieselben Regionen ansprechen dürften. Wehe es fragt jetzt jemand was gerade läuft, ich habe nämlich keine Ahnung. Ich merke, dass da was läuft, es laut ist und es wahrscheinlich auch gut klingt, soweit ich mich aber darauf konzentrieren möchte folgt eine Wechstabenverbuchselung der nächsten beim Schreiben. Fanatisch, äh, fantastisch. So viel schon mal dazu.
Das wäre ja jetzt ein niederschlagendes Ergebnis und zudem auch total unaussagekräftig, wie etwa eine höchst professionell durchgeführte Galileo-Umfrage. In den vergangen Tagen wurde ich auch vielmals eines besseren belehrt. Bei einem Massive-Multiplayer-Online-Role-Playing-Game-Session (MMORPG-Session) in den vergangenen Tagen war ich durch ein Kabel und Internet gestütztes Wunder mit einem guten Freund verbunden. Er sprach, ich hörte. Ein Hexenwerk! Somit taten wir zusammen schon jeder 2 Dinge auf einmal. Pures Multi-Tasking und das bei den Herren der Schöpfung. Nun könnte eine gewiefter Beobachter natürlich entgegen schmettern, dass die Gespräche ungefähr den Gehaltsfaktor einer Sonnencreme Stärke 1 am Äquator hatten, aber wer uns in Wirklichkeit kennt, weiß dass auch bei voller Primärkonzentration auf das Gebrabbel sonst nicht viel Besseres herauskommt. Also ein Punkt für uns Männer würde ich mal sagen…
Nun kam aber der Klimax der ganzen Begeblichkeit: Während ich meinen Kumpel auf dem Bildschirm beobachtete, wie er sich in eine Gegnerhorde stürzte, konnte ich im Hintergrund hören wie er sein Bier öffnete. Ich war hin und weg. Absolut begeistert! Ha! Welch exklusive Leistung. Ich würde mal sagen das sind doch eindeutige Beweise, oder wie seht ihr das?
Bei meiner gestrigen Heimfahrt mit meinem treuen Stahlross entdeckte ich da dann auch noch ein weiteres Exemplar der beschriebenen Spezies und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man könnte sagen, dass mir beim in-die-Pedale-treten die Augen fast aus den Höhlen fielen (eine weitere Multi… ach, das zählt wohl nicht).
Es begab sich bei einem bergähnlichen Aufstieg. Ein Mann, in der linken Hand ein Coffee-to-go und eine qualmende Zigarette, die Hand zudem auf einen Kinderwagen gestützt, diesen schiebend. An der anderen Hand befanden sich noch zwei quengelnde Kinder. Im rechten Ohr konnte ich ein Blauzahnkopffernsprecher erkennen, über welches er gerade auch eine Fernkonversation zu führen schien. Der helle Wahnsinn. Wenn man jetzt die grellbunten KIK-Kinderklamotten, das heruntergekommene Äußere außer Acht lassen würde, dann könnte man auf die Idee kommen, dass dort Super-Multi-Tasking-Dad vor einem steht. Wow!
Als ich dies alles vor meinen Augen abspielte kam mir der Gedanke zum Schreiben dieses Textes.
Und nun gebe ich nach und mach mich ein wenig schlau über dieses Multi-Tasking… *blätter* *blätter* aha, Präemptives Multi-Tasking…. Bei Computern verwendet, der Systemkern verarbeitet mehrere Prozesse wobei eine Liste nach Wichtigkeit abgearbeitet wird und die Prozesse die gerade nicht bearbeitet werden schlafen. (Jetzt ganz laienhaft beschrieben). Im Grunde genommen arbeite ich so die ganze Zeit! Mein Hirn schläft, meine Hände arbeiten, mein Gehirn ist wach, ich hab keine Lust zu arbeiten… usw. Wenn das mal keine Beweise dafür sind, dass wir männlichen Menschen nicht doch Multiply-Choice-Fähig sind, dann weiß ich auch nicht.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Münchhausens Erben

Ein Mann stirbt und kommt in den Himmel.
Dort trifft er auf Petrus, der ein Stück mit ihm wandert
bis sie zu einem riesigen Saal kommen in dem Tausende
Uhren stehen. Ab und zu macht es leise "Pling" oder "Plong".
Der Mann schaut sich die Regale an und bemerkt, dass die Uhren
still stehen. Er schaut sich eine aus nächster Nähe an, als
diese plötzlich "Pling" macht und der Minutenzeiger eine Runde
dreht und nun eine Stunde später angezeigt wird.
"Was sind dies für Uhren, oh Petrus" fragt der Mann.
"Das sind 'Lügenuhren'. Immer wenn auf Erden eine
Lüge erzählt wird, dann stellt die Uhr dieses Menschen
sich eine Stunde weiter." antwortet Petrus.
"Und wo sind die Uhren von Politikern aus Schleswig-Holstein?"
"Oh, es sind ja gerade Landtagswahlen, da hat Gott die sich
als Ventilator geholt!"


Genau, am nächsten Wochenende steht mal wieder die Landtagswahl in Schleswig-Holstein an. Man merkt es daran, dass an schönsten Wald- und Wiesenplätzen mit wunderbaren Blumenbouquets urplötzlich plattenbaufarbende Plakatwände auftauchen.
Zunächst noch unbefleckt und jungfräulich grau und schon ein paar Tage später schleichen sie sich heran. Die Wahlplakate!
Unsere Volksvertreter sind ja von Natur aus schon keine wirklichen Augenweiden, sodass es eigentlich ausreichend ist, wenn man alle Jubeljahre mal einen im TV zu Gesicht bekommt, aber nun blicken diese mich tagtäglich an. Überall! Nachdem die Graufläche pilzartig überwuchert wurde verbreitet sich die Seuche an jedmöglichen Anbringungsorten. Laternenpfähle, Zäune und Häuserwände werden nicht verschont. Von rechts von links und von oben und von unten... lächelnde Menschen, die versuchen eine scheinheilige Miene aufzusetzen, soweit es ihnen noch möglich ist.
Hier erkennt man schon gut den Unterschied zwischen altgedienten und neuen Politikern. Bei den jungen Menschen könnte das Lächeln sogar fast als echt durchgehen und die Augen sind nahe dran ein wenig freundlich zu funkeln. Die älteren Herren wirken auf mich da eher wie der berühmte Wolf im Schafspelz. Ob dies ein typischer Generationskonflikt ist, mag ich nicht beurteilen. Ich habe auf jedsten den Eindruck, dass Niveau, Menschlichkeit und Sachverständnis nicht wie normalerweise zu- sondern im Gegenteil mit längerer  Amtszeit abnimmt.
Nicht, dass man schon unter den Gesichtern genug leiden müsste, das schlimmste kommt ja noch für den nicht-analphabetisierten Mitbürger: der Text. Um nicht zu sagen die schonungslosesten Lügen seit der Baron Münchhausen sein Leben auf der Kanonkugel verwirkt hatte.
Im Grunde verspricht jede (!) Partei, dass es weniger Arbeitslose geben wird, alle mehr Geld haben, den Weltfrieden, die Wiederauferstehung von Michael Jackson usw.
Dass keines dieser Versprechen wahrgemacht werden wird sollte sogar dem NPD-Wähler klar sein. Oder stehe ich mit dieser Meinung allein auf weiter Flur? Glaubt wirklich noch jemand, dass auch nur ein Fünckchen Wahrheit auf einem Wahlplakat steht? Immerhin geht es hier doch eigentlich nur darum, dass ein paar Menschen einen gutbezahlten Job bekommen und daraufhin bald sehr gut vom Staat leben können (ein wenig besser als die Leute, die nicht diesen Job hatten und dann vom Staat leben).
Aber wir kennen das ja: Ausnahmen bestätigen die Regel! Und ich muss verdammt noch mal zugeben, dass ich ein (in Zahlen: 1) Plakat gefunden habe, auf dem die Wahrheit stand, und das möchte ich natürlich nicht vorenthalten:


Montag, 19. März 2012

Der echauffierte Chauffierte


In den vergangenen Tagen konnte man sie wieder beobachten: suizidgefährdete Frischluft- und Bewegungsfanatiker, meist sesshaft auf einem wackligen zweirädrigem Gefährt. Genau, die Radfahrer sind wieder los. Kaum sind die Temperaturen zurück aus dem Keller, schon wird der treue Drahtesel gesattelt und ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gegend gerast. 2 Wochen habe ich noch Schonfrist, dann werde ich mich auch wieder zu diesen Verrückten zählen, auf einmal sind dann wieder die Autos die schlechten Verkehrsteilnehmer und nicht die Fahrradenthusiasten, wie es momentan bei mir der Fall ist.
Also quasi zum Abschluss meiner wenig gerühmten, viel getadelten, halbjährlichen Busfahrkarriere muss ich nun doch noch mal ein wenig meine gewonnenen Eindrücke mit meinen geschätzten Lesern teilen.
8 Stationen peinliches aneinander Vorbeigeschaue und Gladiatorenkämpfe um Einzelsitzplätze liegen hinter mir.
- Ich bin übrigens jedes Mal stark begeistert, wie die lahmende Ommi mit ihren 4 vollgestopften Einkaufstüten, meist noch mit ein oder zwei Krücken bewaffnet, an den anderen Mitfahreren vorbei durch den ganzen Bus sprintet um sich einen Sitzplatz zu ergattern. Sollte es ein Zweisitzer sein, selbstredend so, dass kein anderer Fahrgast auch nur den Hauch einer Chance hat sich auf den anderen Platz zu setzen, denn Ommi setzt nun ihr Rottweiler-Gesicht auf und schaut gehetzt in die Runde. Solche Leistungen im Alltag sind doch schon beeindruckend, oder? Eine andere Sitzplatzkämpfergruppe sind die Jugendlichen, ja, ich projiziere mich bewusst und nicht ohne Stolz mehr auf diese Gesellschaftsgruppe. Mit I-Pod im Ohr, laut unterhaltend, logisch versteht man mit lauter Musik im Ohr den Gesprächspartner nicht so gut, wird meistens Taschen-um-sich-schlagend der gewünschte Sitzplatz observiert, umgarnt, und schließlich sobald sich der elende bisherige Besitzer der Sitzgelegenheit wegbewegt, mit angrenzender Schallgeschwindigkeit niedergelassen. Die überladene Mutti mit den 3 Kindern hat da jedes Mal das Nachsehen… Naja, Survival of the Fittest!
Aber ich schweife ein wenig von meinem eigentlichen Anliegen ab.
Also, nach den vorher schon erwähnten Odyssee kommt meist, jedenfalls wenn ich von meiner Heimadresse aus fahre, der Hauptbahnhof, ZOB, das wo jeder Bus hält, 99 % seiner Ladung verliert um daraufhin eine neue Fahrt zu beginnen. Nun die Preisfrage meine Damen und Herren! Es geht um eine Waschmaschinenladung Wäsche, die eigenhändig für mich gebügelt und gefaltet werden möchte! Was hat ein Bus noch nie gemacht?
Er ist noch nie an einem ZOB oder Hauptbahnhof nicht gehalten! (achtung: Doppelte Verneinung!) In jeder Stadt ist es die Aufgabe der Busunternehmen die Fahrgäste von einem zentralen Punkt (ZOB oder Hauptbahnhof) an die entfernter gelegenen Gegenden der Stadt zu bringen, dementsprechend wird die Ladung am Bahnhof umgeschlagen und die neue Strecke begonnen. Warum also gibt es bei jeder Fahrt die ich mit meinem Lieblingsmercedes tätige Vollpfosten, die auf die „Stopp“-Taste hämmern kurz bevor der Hauptbahnhof erreicht ist? Ich, ich … mir fehlen die Worte. In tausenden aberwitzig skurrilen Gedankenszenarien habe ich versucht mir einen Grund außerhalb der Deppentheorie zu ersinnen, aber, es tut mir leid, mir fällt nichts ein dazu. Falls es eines Tages wirklich einmal dazu kommen sollte, dass ich alleine in einem Bus sitze, naja, nicht ganz alleine, irgendwer muss ja schließlich das Ding noch fahren, dann werde ich provokativ nicht auf den Knopf drücken! Selbst dann nicht, wenn ich wirklich vorhabe am Bahnhof auszusteigen! Wenn dann auch am Bahnhof niemand am Steig steht, der mitfahren möchte und der Bus dann durch die Haltestelle rauscht, ohne auch nur die Geschwindigkeit zu verringern, ja, erst dann werde ich die ZOB-Drücker verstehen. Bis zu dieser Minute werdet ihr in meiner Menschheitshierarchie leider keinen hohen Stellenwert einnehmen.

Mittwoch, 14. März 2012

Erfindungen auf der Toilette - Scheiszideen

Kennt ihr die Simpsons-Folge, bei der Homer dem Erfinder Thomas Edison nacheifern möchte? Nein? Mh, nicht weiter schlimm... Die Handlung ist grob zusammengefasst, dass der arme Homer feststellt, dass sein halbes Leben vorbei ist und er noch nichts erreicht hat. Er erfährt daraufhin, wie viele Erfindungen der Herr Edison gemacht hat, und wie dieser dadurch unsterblich im Andenken der Menschheit geworden ist.
Warum erzähle ich das? Ja, mir geht es manchmal doch ähnlich. Also wie Homer, nicht wie Edison. Des Öfteren machte ich mir schon Gedanken, wie man mit einer genialen Erfindung das Leben erleichtern könnte. Nur leider fehlt es da ja oft an was elementaren -> den Ideen!
Erreicht mich mal zufällig einer dieser spukigen Starkstromentladungen (Geistesblitz), was es denn mal geben sollte um mein Leben zu erleichtern, so finde ich dies meistens im nächsten 1€-Laden um die Ecke.
Genauso verhielt es sich mit der Pizza-Schere. Beim benutzen eines Teigwarenzerschneidwerkzeuges ärgerte mich das Ergebnis der ungleich großen, oftmals gleichschenkligen Dreiecke. Dieses Missfallen zusammen mit dem Umstand, dass mir manchmal schon kein geeignetes Werkzeug zu Verfügung stand führten dann zu der Idee der Pizzaschere. (Wer gerade scharf nachgedacht hat, wischt, wenn er bei mir eine Schere benutzt, zuerst die Tomatensoße von dieser). Und was mussten meine entzündeten Augen kurz daraufhin sehen?
!!!
Verdammt. Der Ruhm und die Ehre, die bei so einer Erfindung drin gewesen wären sind schon an jemand anderen vergeben.

Nun, dies nur mal als Beispiel, wie erfolglos mein Erfindergeist durch die Welt streift.
Momentan sitze ich aber gerade vor einer Konstruktion meinerseits, die mich jedes mal, wenn ich sie anschaue, stolz macht. Es ist meine Erfindung! Meine ganz alleine und ich habe es noch nirgends anders gesehen! Aber ich befürchte, dass ich bei einer Patentanmeldung nur ausgelacht werden würde und eine Vermarktung unmöglich ist. Aber nichtsdestotrotz bin ich stolz darauf, dass ich was Selbstgemachtes habe, was niemand anderes hat: Eine Schnur an der ich meine Toilettenpapierrollen aufhängen kann!
Wehe, das gibt es demnächst im 1€-Laden zu kaufen...